Kurden laufen zu Assad über – wohin läuft von der Leyen?

Ursula Von der Leyen. Bild: Flickr /EU2016 SK public domain

In Syrien werden die Karten neu gemischt. Und Deutschland? Planlos wie immer.

Von Dr. Hans-Jürgen Klose

Von der Leyen tut so als ginge sie das Ende des Syrienkonflikts nichts an. Die internationalen Mächte sprechen sich ab, um noch mehr Blutvergießen zu verhindern. Erdogan und Putin legen jetzt die neuen Spielregeln in dem von Krieg gebeutelten Land fest. Ich habe darüber berichtet, wie unglaublich unsere Bundeswehr und der BND in diesem Krieg noch involviert sind. Während hochrangig besetzte türkische Delegationen im Kreml über das Procedere der Kriegsbeendigung beraten, tut unsere Verteidigungsministerin so als sei gar nichts gewesen.

Die von unserer Bundesregierung protegierten Kurden laufen zur Zeit zum alten und neuen Herrscher Syriens über – damit geht der Syrienkrieg aus wie das Hornberger Schießen, nur dass nun zig Milliarden an Wiederaufbauhilfe irgendwoher gezahlt werden müssen. Nachdem „unsere Freiheit“ vor ein paar Jahren noch „am Hindukusch verteidigt werden“ musste, der überwiegende Teil der durch die Bundesregierung an die Kurden verschenkten Waffen auf den Schwarzmärkten des Nahen Ostens neue Besitzer gefunden hat, Trump die offiziellen amerikanischen Soldaten heim holt und Nordsyrien türkisch wird, traut sich die in vielerlei Hinsicht in Bedrängnis geratene von der Leyen gar nicht erst ans Mikrophon.

Nebenher hat Netanyahu seinen Jerusalem-Deal mit Trump gemacht, und baut fleißig in den offiziellen Palästinensergebieten seine jüdischen Siedlungen, ohne dass der Weltsicherheitsrat davon Kenntnis zu nehmen scheint. Der Nahe Osten wird auf den Kopf gestellt. Aber was war noch einmal der Grund für unser Eingreifen dort? Ach ja, wir hatten gar keinen – nur ein Lakaiendienst für die USA. Dass wir dabei von der Türkei wie Idioten behandelt wurden und unsere Bundestagsabgeordneten nicht einmal unsere Soldaten in Incirlik besuchen durften, führte zu der genialen Lösung den gesamten Bundeswehrstützpunkt ins Nachbarland, ein paar hundert Kilometer weit weg zu verlegen – hat der Steuerzahler ja auch aus der Kaffeekasse bezahlt. Wie lange soll dieses unprofessionelle Gekrieche noch anhalten?

Vor fast genau 2 Jahren liquidierten Mitarbeiter des CIA und des Erdogan-Gegners Fetullah Gülen den russischen Botschafter in der Türkei Andrej Karlow. Es sollte verhindert werden, dass Karlow seine Vermittlerrolle weiterhin nutzt um Russland im Syrienkonflikt an die Seite der Türkei zu bringen – na ja hat auch nicht so geklappt. Erdogan der eigentlich die Rebellen gegen Assad unterstützt hatte, hatte seinen Machtapparat schon bis Aleppo ausgedehnt als russisches Militär dem türkischen Treiben ein Ende setzte. Die Leopard-Panzer die die Türken da kaputt geschossen bekamen, waren wenigstens bezahlt, aber die Türkei hat gelernt, dass die veralteten Versionen unserer Waffenschmieden doch besser gegen was Neueres ausgetauscht werden sollten – aber das werden sie jetzt wo unsere Regierung ganz pazifistisch den Waffenexport gegen null drückt, eben bei den Russen tun – Israel baut auch gute Panzer. Armes Deutschland

Dass die Türkei längst keine NATO-Interessen mehr vertritt, kann jetzt auch die letzte Schlafmütze erkennen. Wo die Türkei noch die Stellungen hält, regiert islamisches Recht… aber wir bei unserer Integrationsfähigkeit werden auch sowas überstehen.

Original Artikel hier: Contra Magazin

Leave a Reply