Die SPD braucht keinen Kanzlerkandidaten

Olaf Scholz. Bild: Flickr / Heinrich Böll-Stiftung CC BY-SA 2.0

Eine Partei die wie die SPD bei rund 15 Prozent grundelt, braucht keinen Kanzlerkandidaten. Olaf Scholz, der Möchtegern-Kanzler, sollte kleinere Brötchen backen.

Von Michael Steiner

Wenn Bundesfinanzminister Olaf Scholz öffentlich davon träumt, Kanzlerkandidat der SPD zu werden, dann wird klar: Er ist in der Realität noch nicht angekommen. Klar, auch eine FDP oder eine Linkspartei können Kanzlerkandidaten aufstellen, doch wie realistisch ist es, dass diese Parteien – die auch nur bei rund zehn Prozent der Wählerschaft liegen – tatsächlich in den „Genuss“ kommen, als Regierungsbildner beauftragt zu werden?

Das Ding ist doch, dass die SPD in der Wählergunst derzeit so ziemlich unten durch ist. Die einstige Kanzlerpartei hat den Großteil ihrer Wählerschaft schon verloren – und zwar entweder an die Grünen oder an die AfD. Von der Kanzlerschaft ist ein Scholz noch entfernter als ein Jens Spahn, der zumindest das Glück hat, dass man der CDU die Kanzlerschaft Angela Merkels nicht ankreidet und die Partei nach wie vor stärkste politische Kraft in Deutschland bleibt.

Die Menschen in Deutschland wollen keinen sozialdemokratischen Kanzler und die SPD will (zumindest nicht auf absehbare Zeit) einen Olaf Scholz alz Kanzlerkandidaten haben. Dass er den Job schlechter als Merkel machen würde ist nicht gesagt, aber ob er ihn besser machen könnte? Das bleibt ebenfalls zu bezweifeln.

So lange die SPD jedenfalls nicht einmal ansatzweise die Chance hat, nach der Bundestagswahl die Führung von Koalitionsverhandlungen zu übernehmen, zeigt ein solches Verhalten nur von wirklichkeitsfremder Überheblichkeit. Aber davon mangelt es im Bundestag ohnehin nicht.

Original Artikel hier: Contra Magazin

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