Ankara beharrt auf S-400-Deal

S-400. Bild: © Sputnik / Sergei Malgavko

Washington beharrt darauf, dass die Türkei keine S-400 von Russland kauft, sondern stattdessen die US-amerikanischen Patriot-Systeme. Doch Ankara zeigt den Amerikanern den Mittelfinger.

Von Marco Maier

Eben erst sorgte Präsident Recep Tayyip Erdogan mit der Attacke gegen US-Sicherheitsberater John Bolton wegen dessen Sabotage von Trumps Abzugsplan für Syrien für neue Verstimmungen zwischen Ankara und Washington, nun zeigt die türkische Regierung den Amerikanern erneut den Mittelfinger.

Grund dafür ist die Ablehnung Ankaras in Sachen S-400-Kauf von Russland. Washington hatte den Kauf des russischen Luftraumverteidigungssystems durch den NATO-Partner Türkei massivst kritisiert und darauf bestanden, den Waffendeal aufzukündigen. Doch die Türken denken nicht daran.

„Der S-400-Deal wurde bereits abgeschlossen. Wir können mit den Vereinigten Staaten in Sachen Patriot-System eine Übereinkunft finden“, so der Minister im Staatsfernsehen. Allerdings, so Cavusoglu, werde man sich keinen Bedingungen unterwerfen, die S-400 aufzugeben. Er warnte die USA auch davor, sich in die türkisch-russischen Beziehungen einzumischen. Präsident Erdoğan sagte bereits früher, dass die Türkei „keine Erlaubnis von irgendjemanden“ brauche, um die S-400 zu kaufen.

Kürzlich erst hatte das US-Außenministerium einem Waffendeal die Freigabe erteilt, wonach die Türkei 80 Patriot-Raketen und 60 PAC-3 Abfangraketen kaufen darf. Der Verkauf von 100 F-35 Jets an die Türkei wurde hingegen im letzten Jahr vom Kongress verweigert.

Original Artikel hier: Contra Magazin

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